Implantierbare Defibrillatoren - Implantation

Herzrhythmusstörungen

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Beschreibung

Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung potenziell lebensbedrohlicher Rhythmusstörungen des Herzens, besonders eines zu schnellen Herzschlages (Tachykardie). Man unterscheidet dabei Rhythmusstörungen, die ihren Ursprung im Herzvorhof oder in der Herzkammer haben. Die sogenannten Kammer- bzw. ventrikulären Tachykardien führen zu einer besonders starken Verminderung der Pumpleistung des Herzens. Im schlimmsten Fall, beim gefürchteten „Kammerflimmern", kann es zum völligen Pumpversagen und damit zum Tod kommen.

Bei der Defibrillation wird durch Abgabe elektrischer Impulse an den Herzmuskel versucht, den Herzrhythmus wieder zu normalisieren, d.h. ihn in den Sinus-Rhythmus zu überführen. Bei der Behandlung von Vorhof- bzw. supraventrikulären Tachykardien spricht man auch von elektrischer Kardioversion. Dabei ist die Energie der Stromstöße geringer und ihre Abgabe ist mit dem Herzschlag synchronisiert.

Ein „implantierbarer Cardioverter/Defibrillator" (ICD) wird wie ein Schrittmacher über den Rippen und unterhalb des rechten Schlüsselbeins implantiert. Die Verbindung zum Herzen erfolgt über ein Kabel, das über ein Blutgefäß (Vene) eingeführt wird. Die ersten Geräte wurden bereits 1980 entwickelt. Sie hatten lediglich zum Ziel, den sogenannten „plötzlichen Herztod" infolge Kammerflimmerns durch eine Impulsabgabe mit hoher Energie zu verhindern. Inzwischen sind die Geräte technisch verfeinert und funktionell erweitert worden.

Alle Systeme bestehen im Prinzip aus 2 Komponenten: einem Diagnostik- und einem Behandlungsteil. Der Diagnostikteil muss Rhythmusstörungen erkennen und einordnen können. Dabei sollen einerseits möglichst alle bedrohlichen Störungen erfasst werden, andererseits dürfen aber harmlose Rhythmusstörungen nicht zu einer Defibrillation führen. Die aktuellen ICDs erkennen nahezu 100% der Rhythmusstörungen, d. h., das tödliche Kammerflimmern wird praktisch immer erkannt. Aufgrund dieser hohen Sensitivität kommt es aber immer noch vor, dass falscher Alarm ausgelöst und unnötigerweise (inadäquat) ein Stromstoß abgegeben wird, obwohl keine bedrohliche Rhythmusstörung vorliegt. Diese inadäquaten Impulsabgaben können für den Patienten sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Bei entsprechender Aufklärung sowie Schaden-Nutzen-Abwägung akzeptieren Patienten mit hohem Krankheitsrisiko diese Widrigkeit aber zumeist, weil ein übersehenes und unbehandeltes Kammerflimmern innerhalb weniger Minuten zum Tod führt.

Der Behandlungsteil eines ICD dient nicht nur zur Impuls- bzw. Schockabgabe bei Kammerflimmern oder einer supraventrikulären Tachykardie, sondern kann im Bedarfsfall auch eine normale Schrittmacherfunktion bei zu niedriger Herzfrequenz übernehmen. In der Regel befinden sich ein oder zwei Elektroden in der rechten Hälfte des Herzens.
Einige ICDs arbeiten mit auch drei Elektroden (3-Kammer-System): eine im rechten Vorhof, eine in der rechten Kammer und eine im Sinus coronarius, direkt hinter der linken Herzkammer. Mit dieser Anordnung der Elektroden soll erreicht werden, die beiden Herzkammern zu synchronisieren, also praktisch gleichzeitig schlagen zu lassen, was bei bestimmten Patienten mit sehr starker Herzmuskelschwäche vorteilhaft ist.

Abbildung: Herz

Fachdisziplin: Innere Medizin/Kardiologie

Verfahrenstyp: indirekt

Modul-Nr.: 09/4

Fachgruppe: Herzschrittmacher

Datenerfassung

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FAQ zum Thema

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